18. April 2026 • Assembla Team

Checkliste: Die perfekte STWEG-Versammlung vorbereiten

STWEGChecklisteVersammlungProzess

Der kompakte Ablauf für Verwaltungen — von Stammdaten über Einladung und Durchführung bis zur Nachbearbeitung. Mit Zeitangaben in Arbeitstagen, typischen Fallen und einem Zeitstrahl für den ganzen Jahreszyklus.

Eine gute STWEG-Versammlung beginnt nicht am Abend der Sitzung, sondern Wochen vorher. Diese Checkliste bündelt die Punkte, die in der Praxis am häufigsten übersehen werden — strukturiert nach dem Jahreszyklus, mit konkreten Zeitangaben in Arbeitstagen und Hinweisen auf typische Stolperfallen.

Ergänzend zu dieser Checkliste: Im Beitrag STWEG-Protokoll Vorlage finden Sie eine editierbare Word-Vorlage für das Versammlungsprotokoll plus die rechtlichen Pflichtbestandteile nach Art. 712n ZGB.

Fundament: Stammdaten aktuell halten

Bevor der Zyklus losgeht, braucht jede Liegenschaft saubere Grunddaten. Einmal sauber angelegt, ändern sie sich meist nur bei Verkäufen, Adresswechseln oder Eigentumswechseln:

  • Eigentümerstamm komplett (Name, Adresse, E-Mail, Telefon)
  • Eigentumsverhältnisse sauber abgebildet — Einzelperson, Ehepaar, Erbengemeinschaft
  • Objekte und Wertquoten pro Einheit (Wertquoten addieren sich typischerweise auf 1000 ‰)
  • Stimmzählart dokumentiert: Kopfstimme (eine Stimme pro Eigentumsverhältnis) oder Objektstimme (eine Stimme pro Einheit)
  • Mehrheitsschwellen gemäss Gesetz und Reglement — einfache Mehrheit (Kopfmehrheit) für den Regelfall, qualifizierte Mehrheit nach Köpfen und Wertquoten für nützliche bauliche Massnahmen (Art. 647d Abs. 1 ZGB), Einstimmigkeit für luxuriöse Massnahmen (Art. 647e ZGB). Das Reglement kann zusätzliche Schwellen definieren
  • Einladefrist aus dem Reglement (typisch 30 Tage vor der Versammlung)
  • Geschäftsjahres-Ende definiert (Standard 31.12.)

Das ganze Jahr: Anträge und Aufgaben laufend sammeln

Versammlungen werden nicht in zwei Wochen vorbereitet, sondern über das ganze Jahr aufgebaut. Wer erst kurz vor der Einladefrist aufwacht, verbringt den Endspurt mit E-Mail-Archäologie:

  • Anträge laufend erfassen, sobald sie eingehen — von Eigentümern, Ausschuss oder intern
  • Offene Folgeaufgaben aus dem Vorjahr nachhalten: Offerten einholen, Handwerker beauftragen, Reglementsanpassungen vorbereiten
  • Wiederkehrende Themen mit Intervall im Blick behalten — z. B. Boilerreinigung oder Leitungsspülung
  • Ausschuss-Sitzungen (falls vorhanden) protokollieren und Themen für die ordentliche Versammlung vorbereiten
  • Offerten und Unterlagen für geplante bauliche Massnahmen rechtzeitig einholen, damit sie bei der Einladung beiliegen können

25–5 Arbeitstage vor der Einladefrist: Buchhaltung & Revision

Die Buchhaltung startet deutlich vor der Bewirtschaftung — typischerweise fünf Wochen vor Versammlungsversand:

  • 25 AT vor Einladefrist: Prüfen, ob alle Unterlagen für den Jahresabschluss vorliegen
  • 20 AT vor Einladefrist: Jahresabschluss erstellen (Jahresrechnung, Budget, Erneuerungsfonds-Bestände)
  • 5 AT vor Einladefrist: Revision durchführen lassen, Revisorenbericht entgegennehmen
  • 5 AT vor Einladefrist: Versandbereite Unterlagen für die Einladung bereitstellen

AT = Arbeitstage. Fällt ein Termin auf ein Wochenende, rutscht er auf den vorherigen Freitag.

10–5 Arbeitstage vor der Einladefrist: Traktandenliste finalisieren

  • Traktandenliste zusammenstellen — offene Anträge, fällige wiederkehrende Themen, Ergebnisse aus Ausschuss-Sitzungen
  • Beschlussformulierungen für kritische Traktanden vorab entwerfen — mit Betrag, Datum, Offerten-Referenz. Ein Beschluss «Wir sanieren die Fassade» ist nicht beschlussfähig
  • Abstimmungsmodus pro Antrag festlegen:
    • Einfache Mehrheit (notwendige bauliche Massnahmen, Art. 647c ZGB)
    • Qualifizierte Mehrheit nach Köpfen und Wertquoten (nützliche bauliche Massnahmen wie PV-Anlage, Art. 647d Abs. 1 ZGB)
    • Einstimmigkeit (luxuriöse Massnahmen, Art. 647e ZGB)
  • Dateianhänge prüfen — Offerten, Pläne, Gutachten, Vorjahresprotokoll
  • Erneuerungsfonds-Daten eintragen (aktueller Bestand, Einlage-Vorschlag)
  • Delegierten-Wahlen vorbereiten (Ausschuss, Revisoren)

Zur Einladefrist: Einladung versenden

  • Fristgerecht zustellen (typisch 30 Tage vor Versammlung — Reglement prüfen)
  • Beilagen: Traktandenliste, Anträge mit Beschlussvorschlägen, Jahresrechnung, Budget, Revisorenbericht, Vorjahresprotokoll
  • Vollmachts-Formular beilegen, wenn Vertretungen üblich sind — mit dem Vertretungs-Limit aus dem Reglement
  • Zustellnachweis aufbewahren (Einschreiben oder nachweisbare E-Mail-Zustellung) — relevant, falls ein Beschluss später angefochten wird

Am Tag der Versammlung

Die Reihenfolge, in der typischerweise gearbeitet wird:

  • Begrüssung und Feststellung der ordnungsgemässen Einberufung (fristgerecht, vollständige Traktandenliste)
  • Anwesenheiten und Vollmachten erfassen — persönlich, vertreten, abwesend — inklusive Kopf- und Wertquoten-Summen
  • Beschlussfähigkeit feststellen und dokumentieren (Art. 712p Abs. 1 ZGB: mindestens die Hälfte der Eigentümer, die zugleich die Hälfte der Wertquoten vertreten)
  • Abstimmungsmodus pro Traktandum explizit im Protokoll notieren
  • Resultate (Ja / Nein / Enthaltung) festhalten — nach Köpfen und bei qualifizierter Mehrheit auch nach Wertquoten
  • Kernaussage und Zusatzinfos pro Antrag stichwortartig notieren (besondere Bedingungen, Einwände, Namen), damit die Beschlusstexte in der Nachbereitung sauber ausformuliert werden können
  • Sitzungsende (Uhrzeit) festhalten

Typische Fallen an diesem Tag:

  • «Varia» wird zur Beschlussfassung missbraucht — dort dürfen keine Beschlüsse gefasst werden, sonst anfechtbar nach Art. 75 ZGB i. V. m. Art. 712m Abs. 2 ZGB
  • Qualifizierte Mehrheit wird nur nach Köpfen gezählt und Wertquoten vergessen — Beschluss anfechtbar
  • Vollmachts-Limit pro Vertreter laut Reglement wird überschritten — betroffene Stimmen ungültig
  • Antragsformulierung zu vage («wenn möglich in Beige») — nicht beschlussfähig

7–14 Arbeitstage nach der Versammlung

  • 7 AT nachher: Beschlusstexte finalisieren, Protokoll erstellen, «Sitzung beendet um» und «Protokoll erstellt am» eintragen
  • 14 AT nachher: Protokoll, angepasstes Budget und Einzahlungsscheine an alle Eigentümer versenden
  • Folgeaufgaben mit Verantwortlichem und Frist anlegen — Offerten, Handwerker, Reglementsanpassungen, Informationen an Eigentümer
  • Umsetzung bis zur nächsten Versammlung nachverfolgen
  • Nächste Versammlung generieren — Datum (gleicher Wochentag im Folgejahr), Ort, verantwortliche Personen und Prozessaufgaben

Zeitstrahl auf einen Blick

Beispielablauf bei 30 Tagen Einladefrist:

─── 25 AT vor Einladefrist ── Buchhaltung: Abschlussunterlagen prüfen
─── 20 AT vor Einladefrist ── Buchhaltung: Abschluss erstellen
─── 10 AT vor Einladefrist ── Bewirtschaftung: Einladung vorbereiten
───  5 AT vor Einladefrist ── Revision + versandbereite Unterlagen
═══ EINLADEFRIST (–30 Tage)  ═══ Einladung raus
═══ VERSAMMLUNGSTAG          ═══ Durchführung
───  7 AT nach Versammlung ── Protokoll schreiben
─── 14 AT nach Versammlung ── Protokoll-Versand + Folgeaufgaben + nächste Sitzung generieren

AT = Arbeitstage. Fällt ein Termin auf ein Wochenende, rutscht er auf den vorherigen Freitag.

Ausserordentliche Versammlung

Falls zwischen ordentlichen Versammlungen dringende Themen aufkommen:

  • Gleicher Ablauf wie bei der ordentlichen Versammlung — allerdings ohne Jahresrechnung, Budget, Erneuerungsfonds und Delegiertenwahlen
  • Nur Anträge und Informationen als Abschnitte
  • Einladefrist und Beschlussfähigkeit wie im Reglement (typisch gleich wie bei der ordentlichen Versammlung)

Diese Checkliste in Software: Assembla

Der Ablauf oben wiederholt sich jedes Jahr — und vervielfacht sich mit jeder zusätzlichen Liegenschaft. Assembla bildet genau diesen Jahreszyklus ab, damit Sie nicht jede Versammlung von Null aufziehen:

  • Jahresübersicht über alle Liegenschaften und Prozessaufgaben — auf einen Blick sichtbar für das ganze Team, inklusive Status pro Aufgabe
  • Automatische Prozessaufgaben mit Fälligkeitsdaten relativ zu Versammlungstermin, Einladefrist und Geschäftsjahresende — einmal konfigurieren, für jede neue Sitzung rechnet Assembla die Termine selbst aus
  • Anträge laufend erfassen — das ganze Jahr über, direkt der nächsten Sitzung zugeordnet. Bei aktivem Eigentümer-Portal können Eigentümer selbst einreichen
  • Traktandenliste per Klick aus fälligen Vorlagen, offenen Anträgen und Ausschussthemen — kein Copy-Paste aus dem Vorjahr
  • Live-Durchführung: Anwesenheiten, Vollmachten und Abstimmungen mit automatischer Mehrheitsberechnung nach Köpfen oder Wertquoten — Beschlussfähigkeit wird live angezeigt
  • Beschlusstexte werden aus der Audio-Aufzeichnung der Versammlungsdiskussion und den Abstimmungsergebnissen automatisch formuliert — die AI hat den vollen Kontext, Sie überarbeiten nur noch bei Bedarf
  • Protokoll als Word oder PDF im Corporate Design Ihrer Verwaltung
  • Folgeaufgaben direkt aus Beschlüssen — Anträge sind automatisch Aufgaben, mit Verantwortlichem und Frist
  • Nächste Sitzung per Klick generieren — Datum, Ort, Verantwortliche, Abstimmungskonfigurationen und Prozessaufgaben werden übernommen

Stammdaten werden per Schnittstelle aus Ihrem Verwaltungs-ERP (ImmoTop2, GARAIO REM) angebunden. Heute schon im Einsatz bei Verwaltungen wie vivareal.ch und dinvest.ag — rund 130 STWEGs werden über Assembla geführt, unsere Kunden sparen nach eigenen Angaben rund 60 % Aufwand pro Versammlung.

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Von der Vorlage zur produktiven STWEG-Versammlung.

Wenn Sie Protokoll, Abstimmungen und Folgeaufgaben nicht mehr manuell zusammensuchen wollen, zeigen wir Ihnen Assembla live an einem echten Versammlungsablauf.